Wagner-Festspiele in Bayreuth – ein alljährliches Musikevent für „Wagner-Fans“

Der Musik-Event für Opern- und Wagnerliebhaber sind die alljährlich (25.07.-28.08.) stattfindenden Wagner-Festspiele in Bayreuth.

Richard Wagner

Der großer Opernkomponist Richard Wagner (geb. am 22. Mai 1813 in Leipzig, verstorben am 13. Februar 1883 in Venedig) ließ eigens dafür auf dem Grünen Hügel, abseits der musikalischen Metropolen, in Bayreuth, ein Festspielhaus errichten. Architekt des Festspielhauses war der Leipziger Otto Brückwald (1841-1917), der vorher schon das Neue Theater in Leipzig und das Hoftheater in Altenburg gebaut hatte und hier ein architektonisches und akustisches Meisterwerk vollbrachte. Das Bauunternehmen wurde durch König Ludwig II von Bayern und von der Gräfin von Schleinitz finanziell unterstützt, so dass es Richard Wagner möglich war, seine Opern im eigenen Opernhaus aufführen zu können.

Wagner-Festspiele

Die ersten Wagner-Festspiele begannen am 13.08.1876 mit der Uraufführung „Der Ring der Nibelungen“. Richard Wagner hatte zu diesem Anlass bedeutende Musiker wie Peter Tschaikowski, Anton Bruckner, Edvard Grieg, Franz Liszt aber auch Literaten wie Lew Tolstoi, Friedrich Nitzsche und den Architekten und Baumeister aus Dresden, Gottfried Semper eingeladen. Auch Kaiser Wilhelm I., König Karl von Württemberg und Kaiser Pedro von Brasilien nahmen an den ersten Wagner-Festspielen in Bayreuth teil. Der bayrische König Ludwig besuchte bereist schon die Generalproben, bevor er später, während der ersten Wagner-Festspiele nochmals nach Bayreuth kam.

Defizite

Neben einigen Pannen auf der Bühne, hinterließen die ersten Wagner-Festspiele auch in den Kassen ein Defizit von etwa 148.000 Mark, so dass die zweiten Wagner-Festspiele erst im Jahr 1882 stattfanden. Hier wurde „Der Parsifal“ uraufgeführt. Wagner beabsichtigte, so geht aus einem Schreiben an König Ludwig II hervor, alle eigenen Stücke im Festspielhaus aufzuführen. Richard Wagner empfand es als seine künstlerische Pflicht, die Stücke in Perfektion den Zuschauern und Zuhörern zu bieten, so dass sich die „Nachwelt“ stets daran erinnert.

Wagners Tod

Nach dem Tode Richard Wagners im Jahr 1883 führte seine Frau Cosima die Wagner-Festspiele, wenn auch, wegen finanzieller Gründe, in unregelmäßigen Abständen, fort. Oft sangen und spielten die Künstler nur vor wenigen Zuschauern im Festspielhaus. Die Wagner-Festspiele entwickelten sich künstlerisch unterschiedlich weiter, bis Cosima Wagner (1837-1930 – Tochter von Franz Liszt) ab 1886 auch Regie führte, in der sie sich sehr streng an das Werk Richard Wagners hielt. Erst 1908 übergab sie, auf ärztliches Anraten, die Leitung der Wagner-Festspiele an den damals 39-jährigen Sohn Siegfried Wagner (1869-1930), der diese dann bis zu seinem Tode leitete. Er begann mit einer neuen modernen Spielart und Aufführungen der Stücke seines Vaters. Jedoch rissen die Wirren des 1. Weltkrieges im Jahr 1914 große „Finanzlöcher“ in die Kasse, denn bereits verkaufte Karten mussten zurückerstattet werden.

Neueröffnung

Mit der Aufführung „Die Meistersinger“ wurden am 22.07.1924 die Wagner-Festspiele wieder eröffnet. Jedoch war diese Aufführung nationalistisch und endete mit dem, vom Publikum gesungenen, „Deutschlandlied“.
Vor seinem Tode fixierte Siegfried Wagner im Jahr 1929 in seinem Vermächtnis, dass zu den Wagner-Festspielen nur Stücke seines Vaters Richard Wagner in Bayreuth im Festspielhaus zur Aufführung kommen dürfen – was später immer wieder zu Diskussionen führte.
Siegfried Wagner, der Sohn Richard Wagners und Festspielleiters der Wagner-Festspiele starb 1930 durch einen Herzinfarkt während der Proben. Unter den damals arrangierten Dirigenten Arturo Toscanini, Wilhelm Furtwängler und Karl Muck kam es zu Spannungen, später hatte der Nationalsozialismus auch die Wagner-Festspiele überschattet bzw. inhaltlich (judenfeindlich) durchzogen, denn die Witwe Sigfried Wagners – Winifred Wagner, die die Leitung nach dem Tod ihres Mannes übernommen hatte, hatte eine Nähe zu Adolf Hitler, was kulturell den Festspielen schadete. Es fanden ab 1940 sogenannte „Kriegsfestspiele“ – Kraft durch Freude – statt. Der Leiter des freien Kartenverkaufs unter dem NS-Regime war Bodo Lafferentz, der 1943 die Tochter von Siegfrid und Winifred Wagner – Verena Wagner, heiratete.

Festspiele im Dritten Reich

Mit den „Meistersingern von Nürnberg“ endete 1944 die letzte Aufführung während des Dritten Reiches.
Der im Jahr 1949 gegründeten „Gesellschaft der Freunde von Bayreuth“ gelang es durch Geldspenden im Jahr 1950 einen Neuanfang zu starten. Die Enkel Wolfgang Wagner (1919-2010) und Wieland Wagner (1917-1966) gelang es nun die Wagner-Festspiele zu einem wichtigen Datum in der „Kulturszene“ zu etablieren. Bereits 1951 inszenierte Wieland Wagner den „Parsifal“ für die Wagner-Festspiele. Seither stehen auf den Spielplänen der Wagner-Festspiele nur Stücke von Richard Wagner (so wie es Siegfried Wagner mit seinem Testament vermochte). Zu den Stücken zählen: „Tannhäuser“, „Der fliegende Holländer“, „Der Ring der Nibelungen“, „Die Walküre“, „Die Meistersinger von Nürnberg“, „Das Rheingold“, „Parsifal“, „Lohengrin“, „Tristan und Isolde“.
Die Wagner-Festspiele und die Inszenierungen setzten mitunter neue Maßstäbe, die nicht sofort auf die Sympathie der Zuschauer trafen, jedoch künstlerisch richtungsweisend waren. Während der alljährlichen Wagner-Festspiele besuchen etwa 58.000 Musikliebhaber die Opernaufführungen. Die Nachfrage ist 10mal so groß. Die Eintrittspreise liegen bei 15,00 bis 280,00 Euro.
Seit 1973 ist der Träger der Wagner-Festspiele die Richard-Wagner-Stiftung. Seit 2009 haben die Töchter von Wolfgang Wagner, Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier die künstlerische Leitung übernommen.

Foto: Edler von Rabenstein – Fotolia.com

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